500.000 PU´s: Check ✅, Spendensituation: Fail ❌ (aber nicht hoffnungslos)

Heute Teil I: „Die dunkle Seite“

Eine kleine Warnung: 

Alle Menschen die lieber (oder sogar nur ausschließlich) positive Blogbeiträge, Nachrichten und Mitteilungen lesen – spart Euch die Zeit und wartet bis Teil II erschienen ist. Dieser 1. Teil des aktuellen Blogbeitrages beschäftigt sich nämlich ausschließlich mit Dingen, die nicht so geil laufen, wie man bzw. auch ich sich das eben wünscht. Aber sie gehören meiner Meinung nach eben genauso dazu, wie „die helle Seite“. 

Am 01.06.2019 ging es los mit PU4C – am 30.11. war Halbzeit, seither ist der Countdown auf der Website jeden Tag ein Stückchen näher an der Null als am vollen Jahr. 

Zeit für einen Rückblick… – den ich dieses Mal ganz bewusst und wie bereits erwähnt mit einer „negativen“ Betrachtungsweise beginne, bevor ich dann im 2. Teil auf die vielen schönen Momente und Erfahrungen kommen werde. 

Anknüpfend an das Ende des letzten Blogbeitrages hab ich zumindest mal das eingehalten was ich im letzten Satz Abschnitt versprochen habe- es hat dieses Mal keine 2, sondern direkt sogar 3 Monate gedauert bis zum nächsten Blogbeitrag. Womit wir auch schon direkt zum ersten Punkt kommen: der mentalen Herausforderung, welche ich ehrlich gestanden komplett unterschätzt hatte. 

Seitdem die 3k PU/Tag keine größere körperliche Herausforderung mehr sind, wird die mentale Belastung dafür umso größer – und dies leider nicht linear, sondern eher so, wie ich mir den Spendenverlauf erhofft hatte – gefühlt exponentiell. 

Eines der größten der Learning über mich selbst ist, dass ich (zumindest stellenweise), solange ich „unter Druck“ arbeite, leider am besten zu funktionieren scheine. War es zu Beginn des Projektes noch eine persönliche Herausforderung an der ich mich selbst mit Spaß gemessen habe um das Tagesziel über einen längeren Zeitraum zu erreichen, so sind es nun, da dieses Ziel erreicht zu sein scheint, eher die inneren Stimmen, welche mir immer mehr Gründe einflüstern, warum es doch nicht so wichtig zu sein scheint, die PU´s auch weiterhin jeden Tag zu machen: „es spenden doch ohnehin nicht genug Menschen“, „was soll das Ganze- außer Dich interessiert es doch ohnehin niemanden ob Du die 3k vollmachst oder nicht“, „Du musst auch mal Pause machen, sonst geht das nicht“ – so und so ähnlich klingen die vielen Gründe, welche sich ein Teil von mir immer wieder einfallen lässt um mir ein einfaches Abarbeiten der sportlichen Leistung möglichst schwer zu machen…  

doch gerade das ist ja einer der vielen Gründe, weshalb ich dieses Projekt überhaupt ins Leben gerufen habe. Auch um den eigenen, inneren Kampf gegen die „das schaffst Du nicht“ – Stimme ein und für alle Mal in Ihre Schranken zu weisen.

Dass sich das jedoch so herausfordernd gestaltet- damit habe ich tatsächlich nicht gerechnet. 

Glücklicherweise durfte ich in den vergangenen Jahren von vielen tollen Menschen einige wirklich hilfreiche und nun superwichtige Tipps und Tricks kennen lernen, um so immer wieder in die notwendige innere Balance zu kommen, die es erfordert, um trotzdem seit nunmehr 207 Tagen am Stück jeden Tag mehrfach „auf den Boden“ zu gehen und diese PU´s zu machen – immer in der Hoffnung, dass sich das alles auch ab einem gewissen Zeitpunkt auch für die 10 sozialen Projekte auszahlt für welche wir das ganze machen. 

Und auch ich bin bereit dafür, wenn sich das irgendwann auszahlen wird- in welcher Form auch immer. 

Hinzu kommen weitere Herausforderungen – sowohl im privaten als auch im Projektbezogenem Bereich: 

– Neue (günstigere) Wohnung, die gesucht und gefunden werden muss; 

– die Situation das ich sehr gerne wieder in Vollzeit arbeiten möchte, dafür aber auf jeden Fall einen Arbeitgeber brauche, welcher die notwendige Flexibilität und das Verständnis für so ein Projekt hat (damit in Verbindung immer wiederkehrende Absagen auf Bewerbungen aus genau diesen oder anderen Gründen); 

– dankbarerweise neue Bekanntschaften im Privaten Umfeld, welche meine ohnehin schon recht hohe Reistätigkeit noch verstärken (da ein Treffen immer mit einer Reise nach Hamburg verbunden ist); 

– die Tatsache das die Spenden leider so überhaupt nicht anziehen, diese jedoch einen ganz elementaren Teil des Gesamterfolges vor allem für die geförderten Projekte darstellen

– in der Projektidee von einem bekannten Youtuber kopiert zu werden ohne das der kopierende darüber nachdenkt PU4C zu erwähnen oder vielleicht sogar etwas gemeinsam zu machen (trotz mehrfach gestellter Anfragen) und 

– nicht zuletzt auch die Tatsache, dass das fehlende Einkommen in Kombination mit einem auslaufenden Sozialbezug eine wirkliche Bedrohung für meine persönliche, wirtschaftliche Existenz bedeutet… 

… das alles macht es nicht wirklich leichter, immer ein Lächeln auf dem Gesicht zu haben, welches auch ehrlich und von tief innen kommt. Dieses ist aber meiner Meinung nach elementar wichtig um die Botschaft des Projektes, welche tief positiv geprägt ist, möglichst authentisch rüber zu bringen umso zu erreichen, das möglichst viele Menschen dabei helfen das Projekt so erfolgreich wie möglich zu machen. Genau diese Authentizität, die ich sehr, sehr gerne positiver gestalten würde, es aber gleichzeitig aus genannten Gründen einfach zurzeit nur eingeschränkt kann, veranlasst mich auch dazu, hier so offen über die aktuellen Herausforderungen zu schreiben. 

Denn ich finde eines toppt alle nach außen dargestellte Positivität*, Gute-Laune-Haltung, 

„Rum-Gestrahle“ und „Du-musst-es-nur-im-Vertrauen-an-das-Universum-tun“ Propaganda (die ich, nur um das klar zu stellen, absolut unterstütze und für richtig und wichtig erachte!!) – und das ist: Authentizität. Punkt. 

Es gibt einfach schon viel zu viel „Vorne Hui – Hinten pfui“ Darsteller, ganz besonders im social Media Bereich. 

Hier macht es mir sogar Spaß einen Gegenpool zu stellen. 

Ein bisschen mehr „Ich bin dagegen“- Haltung und Menschen die sich damit auch raustrauen, auch wenn es „Ihrer Sache“ vielleicht nicht unmittelbar zuträglich ist, sind in Zeiten von AfD Mehrheiten und „Kassenbonplicht“ bei gleichzeitiger „CO2, Klima- und Umweltschutz“ Diskussion wohl in Ordnung. 

Und wenn Dinge kacke sind, dann ist es auch in Ordnung damit rauszugehen. Es zu teilen und mitzuteilen. Denn nur dann haben die Menschen aus meinem Umfeld auch die Möglichkeit nachzuvollziehen, weshalb manche Dinge- auch innerhalb des Projektes-  vielleicht einfach (zur Zeit) nicht „so rund“ laufen. 

Aber: nur weil Dinge auch mal schwer sind, manche Entscheidungen eventuell Konsequenzen nach sich ziehen, die auch nicht so schön sind- trotzdem lohnt es sich meines Erachtens nach, an der Grundidee festzuhalten und das Ding durchzuziehen. Egal was kostet.

Und das werde ich auch tun!!! 

Aus diesem und vielen anderen Gründen ist jetzt auch genug des angekündigten „mimimi“ Teils. Es ist nämlich mitnichten so, dass es nur noch Herausforderungen und schwierige Momente gibt- nein, tatsächlich ist trotz allem so, dass das Projekt vor allem eines ist: Lichtbringend. Sowohl für mich, als auch hoffentlich für möglichst viele Menschen die im Laufe des Projektes oder am Ende davon profitieren können. Und einige davon möchte ich jetzt gern im 2. Teil dieses Blogs mit Euch teilen. 

*(Anmerkung: das schreibe ich vollkommen bewusst als ausgebildeter Anwender der positiven Psychologie)