Die letzten Wochen waren wirklich abgefahren. Alleine die verdienen schon die Bezeichnung „Achterbahn“ – auch wenn es bisher wirklich mehr „Hochs“ als „Runter“ gab. Aber das darf auch so sein… schließlich fange ich mit dem eigentlichen Spendensammeln und auch mit den Liegestütze erst noch an. Da gibt´s also noch viel Potential auch die Talfahrten mal zu genießen ☺

 

Aber ich fang mal von vorne an.

In meinen Aufschriften habe ich eben erst gesehen, dass der Zeitpunkt seit der Idee doch schon einige Monate her ist. Schließlich habe ich am 08. April schon damit angefangen mal zu schauen wie weit ich denn an einem Tag kommen kann und wie der Körper reagiert wenn ich tatsächlich mal 16 Stunden nahezu stündlich Liegestütze mache.

Nachdem ich das mal für mich versucht hatte sind die darauf folgenden 2 Wochen von mehreren, entscheidenden Dingen geprägt gewesen:

Zum einen habe ich damit begonnen eine Art „Pitch“ für die Idee zu schreiben um mal Reaktionen von Menschen einzufangen, die nichts von der Idee wussten um mal zu schauen wie die Meinungen so sind. Aber natürlich auch, um die Idee zu schärfen.

Ich mein, come on… ich hab nen Hirnfurz und hab irgendwann mal in nem lustigen Moment gedacht es wär doch ganz witzig wenn ich mit Liegestütze ein paar Euro sammeln könnte und die dann einfach spenden und somit anderen ein bisschen mit meiner eigenen Challenge helfen kann.

Das ist als Konzept natürlich noch nicht so ganz ausgereift. Und schon 2x versteht es keiner so richtig- mich zu Beginn eingeschlossen ☺

Also wurde erst gelernt mit Freunden und Bekannten darüber zu sprechen. In sehr, sehr vielen Telefonaten. Auf Meet Ups. In Bars. Im Zug. Einfach mal überall… das war sauschwer, aber super wertvoll, weil sich durch die vielen Rückfragen und den zum Teil sehr wertvollen Input alles immer noch ein bisschen mehr geschärft hat – und auch wenn es heute immer noch 100% ist, so fällt es doch schon wesentlich leichter in Kürze Menschen von dem Projekt zu berichten und es gelingt auch immer wieder mal, Menschen zu begeistern.

Einzig diese immer wieder zu überwindende Zurückhaltung mit fremden Menschen einfach so darüber zu sprechen will irgendwie nicht ganz weichen. Ob sie kleiner geworden ist, kann ich nur schwer einschätzen- eines ist aber klar: Die Tatsache das ich ab 01.06. täglich sehr, sehr viele Pusups machen darf, lässt es mir immer leichter fallen einfach überall zu üben. Unabhängig von der Meinung der anderen.

Wirklich schön sind die Begegnungen mit Menschen, die von dem Projekt hören und sich entscheiden, ehrenamtlich mitzuhelfen und sogar einen Verein mit mir zu gründen: von einer Webdesignerin, einer Graphikdesignerin, eine Photographin, einer Unternehmensberaterin über 2 Texter und einer adminitrativen Helferin bis hin zu einer Social Media Expertin – in „nur“ knapp 7 Wochen bildet sich ein richtiges kleines Team in dem alle helfen die große Vision nach vorne zu bringen ☺

Und was für mich anfangs eine lockere und nicht ganz untypische „Malte-Idee“ war, entwickelt sich ziemlich schnell in ein Projekt in das Menschen, die an eine gemeinsame Vision glauben ihre Zeit, Ihre Energie und Ihre Know-How investieren- und plötzlich finde ich mich wieder in soooo vielen kleinen Dingen, die es plötzlich zu tun und zu organisieren gilt- Puhh, das ist schon anstrengend bevor ich überhaupt angefangen habe Liegestütze zu machen. Aber auf eine unbekannt schöne Weise. 

Aber klar gibt es sie, diese Momente an denen ich am liebsten ein Muster in die Tischkanten vor mir beissen möchte: sei es das ich mich selbst an meiner Ungeduld und meinem doch eher, nennen wir es mal „intuitiven“ Arbeitsstil, aufreibe oder sei es, das Bürokratie und Ämter eben Ihren eigenen Lauf der Dinge haben und die Mühlen dort anders laufen als man sich das vielleicht mal wünscht. Außerdem kommt ein privater Schicksalsschlag mit dazu: Die wirklich tolle Unternehmensberatung, für die ich als Customer Experience Manager arbeite muss sich dazu entscheiden unser Arbeitsverhältnis betriebsbedingt zu beenden. Und so mutiert das Projekt, das ich ursprünglich mal integriert in den Alltag angedacht hatte, plötzlich zum Full Time Projekt. Kann man von zwei Seiten betrachten: einerseits natürlich super, weil jetzt wirklich viel Zeit vorhanden ist um den Fokus auf den pünktlichen Projektstart zu legen. Auf der anderen Seite kommen natürlich sofort die typischen Arbeitnehmersorgen die sich vor allem immer um das wirtschaftliche Fortbestehen drehen.

Aber auch hier kommt mir einer meiner intrinsischen Haupttreiber zugute: Positiv bleiben.

Eines der Hauptthemen mit denen ich mich in 2 berufsbegleitenden Ausbildungen beschäftige dreht sich genau um dieses Thema: Positive Psychologie. Positiv bleiben. Nach vorne schauen. Das Ziel im Fokus behalten. Die Ärmel hochkrempeln. 

Das alles sind Dinge die mich so ruhig und so gelassen an die weiteren Schritte herangehen lassen das ich mich selbst immer wieder überrasche, aber auch das ich immer wieder mit tollen positiven „Zufällen“ konfrontiert werde, die mir immer wieder signalisieren: Der Weg geht weiter. Ich bin „on track“. Einfach nur anders als vielleicht mal ursprünglich geplant.
Auch der Moment in dem ich kurz vor unserer Gründungssitzung nach einem neuen 2. Vorstand suchen darf weil die ursprünglich geplante Besetzung aus privaten Gründen kurzfristig ersetzt werden muss erledigt sich schneller als gedacht so das wir, wie ursprünglich geplant 2 Tage vor dem offiziellen Start am 01.06.2019 unsere 7 Gründungsmitglieder zusammen haben und einer Anmeldung bei Notar und Amtsgericht nun nichts mehr im Wege steht.

Aber erst mal geht es, pünktlich zum Start von „Pushups 4 Charity – One Million Reasons“ mit meinem Bruder (mit dem vor 4 Jahren übrigens die ganze Liegestütze Geschichte angefangen hat) auf die Mecklenburgische Seenplatte und anschließend zu einer Familienfeier nach Mexiko – gut für tolle Bilder, wirklich warm um jeden Tag 2.740 Liegestütze anzustreben ☺

Aber davon erzähl ich beim nächstem Mal dann mehr…